Die Geschichte des Historischen Vereins für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck e.V.

1. Der Vorläufer

Am 8.11.1903 wurde der ‚Historische Verein für den Bezirk Fürstenfeldbruck‘ gegründet. Bereits am 11. September 1904 eröffnete dieser das erste Museum im Niedermeier-Anwesen (jetzt Sparkasse). Kriegsjahre und Inflation beeinträchtigten das Vereinsleben und die Vereinsarbeit, besonders aber das Museum sehr. 1925 erfolgte der Wiederaufbau des Museums. 15 Jahre später beendete der Zweite Weltkrieg die Vereins- und Museumsarbeit. Erst 1953 begann die Neukonstituierung des Vereins unter Pfarrkurat Wilhelm Bayerl als Vorsitzendem. Die Museumsexponate waren zum Teil schwer beschädigt oder abhanden gekommen. Der mühsame Neuanfang des Heimatmuseums im Saal des Alten Rathauses endete 1972 wegen mangelnder Aktivität des Vereins und dem Raumbedarf der Stadtverwaltung. Mit dem Tod des letzten Vorsitzenden Ing. Clemens Böhme erlosch dieser Verein. Sein Besitz, die Exponate des Heimatmuseums, ging an die Stadt und „verschwand“ in verschiedenen Lagerräumen, wo sie verstaubten und immer mehr verfielen.

Logo ab 1982

Logo ab 2007

2. Die Gründung des neuen Vereins

Die Erinnerung an das Heimatmuseum blieb bei einzelnen Bürgern wach. Einer von ihnen, Lukas Drexler, Stadtrat und Kulturreferent, sah nur in der Gründung eines Historischen Vereins eine Chance, die Stadt zu einer Wiedererrichtung des Museums zu bewegen. Ab Mai 1982 lud er Interessenten zu einer Vorbesprechung ein, um die Vereinsgründung vorzubereiten. Am 2. November 1982 erging dann die Einladung an interessierte Brucker Bürger zur Gründungsversammlung am 18.11.1982 in das Hotel Post.
Etwa 30 Personen aus Stadt und Landkreis kamen. 27 von ihnen entschlossen sich spontan zu einer Mitgliedschaft in dem neu zu gründenden ‚Historischen Verein für die Stadt und den Landkreis Fürstenfeldbruck‘ Ausdrückliches Ziel war es, auf die Wiedererrichtung des Heimatmuseums hinzuwirken und bei dessen Einrichtung tatkräftig mitzuhelfen. Das wurde in der der sich anschließenden ersten Mitgliederversammlung ausdrücklich festgehalten und in die Satzung des neu gegründeten Vereins aufgenommen. – Als Jahresmitgliedsbeitrag wurden 30 DM festgesetzt.

Zum ersten Vorstand und Ausschuss wählte die Versammlung:

1. Vorsitzender: Robert Weinzierl
2. Vorsitzender: Ulrich Bigalski
Schriftführer: Wolfgang Kleinknecht
Kassier: Fritz Zeitler
Beisitzer: Lukas Drexler, Sepp Kink, Anton Kufer, Dr. Lorenz Lampl, Robert Stumbaum, Wolfgang Völk und Ludwig Weiß

3. Bisherige Aktivitäten

Vereinsheim

Die Mitglieder haben die von der Stadt Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellten Räume durch viel Eigenleistung bewohnbar, d.h. benutzbar ausgestaltet hat. Dort gibt es auch einen Sitzungsraum für Zusammenkünfte kleinerer Gruppen. Zusätzlich sind dort das Vereinsarchiv und die Utensilien der Archäologen untergebracht.

Museum

Das zweite Ziel, die Wiedererrichtung des Heimatmuseums, wurde vom HVF mit Nachdruck angegangen. Als im Rahmen des ‚725. Gründungsjubiläums des Klosters Fürstenfeld‘ gemeinsam mit dem Haus der Bayer. Geschichte eine erste Ausstellung im renovierten ehemaligen Brauereigebäude des Klosters stattfand, schlug der HVF vor, diese Ausstellungsräume zur ‚Grundlage‘ für das Museum zu machen. Am 12. Oktober 1991 wurde dieses Museum als Stadtmuseum Fürstenfeldbruck eröffnet. Seither fördert der Historische Verein die Arbeit des Museums durch regelmäßige finanzielle Zuschüsse.
Einen besonderen Beitrag zur Ausgestaltung des Museums leistete der Arbeitskreis Vor- und Frühgeschichte mit der Einrichtung der gleichnamigen Abteilung. Langwierige und zähe Verhandlungen mit Stadt und Landkreis, sowie unendlich viele ehrenamtliche Arbeit führte zum Ziel. Am 28.10.1994 wurde ein Vertrag zwischen der Stadt, dem Landkreis und dem HVF geschlossen. Am 9.11.2001 konnte der erste Teil des Museums eröffnet werden: 'Vom Hochmittelalter zu den Römern' eröffnet werden. Am 15.3.2007 folgte der zweite Teil: 'Von den Kelten bis zum Mesolithikum'. Heute ist diese Abteilung ein wesentliches Standbein des Stadtmuseums Fürstenfeldbruck.

Veröffentlichungen

Um auch jene Mitglieder zu erreichen, die nicht regelmäßig zu Veranstaltungen kommen können, entstanden schon sehr früh die "Vereinsnachrichten".

Nach einigen Jahren wandelten sich diese ab 1990 zum Broschürenformat unter dem neuen Namen ‚Brucker Blätter‘. Jeder Jahresband enthält neben Vereinsinformationen Beiträge geschichtlichen Inhalt, meist Manuskripte der bei Versammlungen gehaltenen Referate. Sie werden nicht nur von den Mitgliedern gerne gelesen sondern zwischenzeitlich auch wiederholt schon in der einschlägigen Fachliteratur zitiert.
Schon bald hatte der Verein eine eigene Homepage. Mit ihr erreicht der Verein alle heimatgeschichtlich interessierten Internetsurfer - eine bei Vereinsgründung noch völlig unbekannte Zielgruppe. Der Verein war also schon immer „up to date“. 2019 wurde die Homepage erstmals komplett neu aufgebaut mit WordPress.

Dokumentation von Grabdenkmälern.

Zur Verhinderung der geplanten Auflassung des ‚Alten Friedhofs‘ bei St. Magdalena in Brucks Innenstadt erarbeitete der Historische Verein eine historische, kunsthistorische, geologische und fotographische Dokumentation aller dortigen Grabdenkmäler. Sie ist in einer Datenbank erfasst, die Suchfunktionen zulässt. Nach Erreichen des Ziels, der Wiedervergabe von Grabrechten, wurde die Dokumentation bei der städtischen Friedhofsverwaltung übergeben und kann dort von jedem Interessierten eingesehen werden.

Hinweisschilder an historisch interessanten Gebäuden und Stellen

Als ersten Schritt zu einem historischen Stadtrundgang brachte der Historische Verein an bedeutsamen Gebäuden der Stadt Fürstenfeldbruck Hinweisschilder zu ihrer Historie an. Sie bieten einheimischen und Gästen erste Informationen.
Auf dem Nikolausberg, wo die ersten Grundherren von Bruck ihre Burg hatten, setzte der Historische Verein zur Erinnerung einen massiven Stein aus dem Ammertal mit einer Hinweistafel aus Bronze, sowie ein Holzkreuz an Stelle der ehemaligen Burgkappelle und eine Informationstafel. Eine solche wurde vom Verein auch auf der Burgstelle Roggenstein aufgestellt.

Projekt ‚Handel und Handwerk in Fürstenfeldbruck von der Gewerbefreiheit bis heute‘

Im Jahr 1306 wurde unser Bruck in einer Urkunde erstmals als Markt bezeichnet. Zur Erinnerung an dieses 700 Jahre zurückliegende Ereignis initiierte der Historische Verein mehrere Veranstaltungen im Jahr 2006 und führte solche auch selbst durch. Schon 2004 begann eine größere Gruppe mit dem Projekt „Handel und Handwerk in Fürstenfeldbruck von der Gewerbefreiheit bis heute“. In Archiven, alten Zeitungen und Familienunterlagen forschten die Projekteilnehmer intensiv und mit Ausdauer. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Dokumentation, die zu weitergehenden Forschungsarbeiten anregt. Ein schriftlicher Niederschlag findet sich in dem umfangreichen und äußerst Informativen ‚Brucker Blätter Sonderheft 2006‘.
Zur öffentlichkeitswirksamsten Darstellung der Forschungsarbeit wurde die von den Projektmitgliedern erarbeitete und im Juni in der Kreis- und Stadtsparkasse Fürstenfeldbruck gezeigte Ausstellung. Sie fand ein außerordentlich großes Interesse bei der Bevölkerung. Einträge im Gästebuch aus berufener Hand bestätigen ihre hohe fachliche Qualität.

Grabungen

Seit seiner Gründung führte der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte etwa 20 Grabungen im Landkreis zusammen mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalspflege durch. Deren Funde und Befunde sind die Grundlage für die Museumsausstattung.